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Homepage für Selbstständige: Seiten, Pflichtangaben und Tipps

18. September 20269 Min. LesezeitTjade Liedtke
3D-Illustration einer Website mit Porträt-Platzhalter, umgeben von Visitenkarte, Kalender, Sprechblase und Standort-Pin

Eine eigene Homepage ist für Selbstständige oft der erste Ort, an dem potenzielle Kunden prüfen, ob sie dir vertrauen können. Sie zeigt, was du anbietest, wer du bist und wie man dich erreicht, rund um die Uhr. Schon eine schlanke Website mit wenigen Seiten reicht für den Anfang. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Seiten und Inhalte eine Homepage für Selbstständige braucht, welche Pflichtangaben gelten, wie du gefunden wirst und welche Wege es zur eigenen Website gibt.

Warum Selbstständige eine eigene Homepage brauchen

Empfehlungen sind für viele Selbstständige die wichtigste Quelle für neue Aufträge. Doch auch wer empfohlen wird, wird gegoogelt. Findet der Interessent dann keine Website oder nur einen veralteten Eintrag, entsteht Unsicherheit. Eine eigene Homepage beantwortet die ersten Fragen, bevor jemand anruft, und sorgt dafür, dass Anfragen besser vorbereitet ankommen.

Social-Media-Profile ersetzen die Website nicht. Sie gehören der Plattform, ihre Reichweite schwankt, und nicht jeder Kunde ist dort unterwegs. Die Website ist dagegen dein eigener Ort im Netz, den du vollständig kontrollierst und auf den alle anderen Kanäle verweisen können.

Diese Seiten braucht deine Homepage

Die wichtigsten Seiten einer Homepage für Selbstständige: Startseite, Leistungen, Über mich, Referenzen, Kontakt sowie Impressum und Datenschutz
Sechs Bausteine, die für fast jede Selbstständigen-Website reichen.
  • Startseite: In wenigen Sekunden klar: Was bietest du an, für wen und wo? Mit einem gut sichtbaren Weg zur Kontaktaufnahme.
  • Leistungen: Was genau du anbietest, wie die Zusammenarbeit abläuft und, wenn möglich, ein Preisrahmen.
  • Über mich: Deine Geschichte, Qualifikationen und ein echtes Foto. Hier entsteht Vertrauen.
  • Referenzen: Beispiele deiner Arbeit, Projekte oder Kundenstimmen, wenn vorhanden.
  • Kontakt: Telefon, E-Mail, Formular, gegebenenfalls Terminbuchung und Einzugsgebiet.
  • Impressum und Datenschutz: Pflichtseiten, von jeder Seite aus erreichbar.

Für den Start kann das alles auf einer einzigen Seite stehen. Ein Onepager mit klaren Abschnitten ist für viele Selbstständige die einfachste und günstigste Lösung. Wenn du mehrere sehr unterschiedliche Leistungen anbietest oder bei Google für einzelne Leistungen gefunden werden willst, lohnen sich eigene Unterseiten.

Beispiel: So kann ein Onepager aufgebaut sein

  1. Kopfbereich: Eine Überschrift mit Leistung und Ort oder Zielgruppe, ein Satz zum Nutzen und ein Button „Termin anfragen“.
  2. Leistungen: Drei bis sechs Leistungen mit je zwei, drei Sätzen.
  3. Ablauf: In wenigen Schritten, wie die Zusammenarbeit funktioniert.
  4. Über mich: Foto, kurzer Werdegang, persönliche Note.
  5. Referenzen: Beispiele oder Stimmen, sofern vorhanden.
  6. Kontakt: Telefon, E-Mail, Formular und Einzugsgebiet, danach Links zu Impressum und Datenschutz.

Die „Über mich“-Seite: dein wichtigster Vertrauensanker

Bei Selbstständigen kaufen Kunden nicht bei einer Firma, sondern bei einem Menschen. Die „Über mich“-Seite ist deshalb oft eine der meistbesuchten Seiten. Sie sollte zeigen, wer du bist, was dich qualifiziert und wie du arbeitest.

  • Echtes Foto: Ein professionelles, aber natürliches Porträt wirkt stärker als jedes Stockfoto.
  • Werdegang: Ausbildung, Erfahrung und Spezialisierung in wenigen Sätzen.
  • Arbeitsweise: Was Kunden bei dir erwarten können, etwa feste Ansprechzeiten oder einen bestimmten Ablauf.
  • Persönliche Note: Warum du tust, was du tust. Ein, zwei Sätze reichen.

Schreib so, wie du im Erstgespräch sprechen würdest. Floskeln wie „Leidenschaft“ oder „Kundenorientierung“ sagen wenig. Konkrete Angaben wie „seit acht Jahren selbstständig, vorher zehn Jahre in der Branche angestellt“ überzeugen mehr, sofern sie stimmen.

Texte und Fotos: so wirkt deine Homepage professionell

Gute Texte sprechen den Kunden an, nicht sich selbst. Beginne mit dem Problem, das du löst, und erkläre dann, wie du es löst. Besucher lesen auf Websites selten jedes Wort, sondern überfliegen. Kurze Absätze, klare Zwischenüberschriften und Aufzählungen helfen dabei.

  • Konkret statt allgemein: „Ich erstelle Lohnabrechnungen für Betriebe bis 20 Mitarbeitende“ statt „Ich biete umfassende Dienstleistungen“.
  • Einheitliche Anrede: Entscheide dich für „du“ oder „Sie“ und bleib dabei.
  • Eigene Fotos: Porträt, Arbeitsumgebung, Ergebnisse deiner Arbeit. Stockfotos wirken austauschbar.
  • Gute Bildqualität: Helles, scharfes Licht, ruhiger Hintergrund. Ein professionelles Porträt-Shooting ist oft eine der lohnendsten Investitionen.
  • Bilder verkleinern: Fotos direkt aus der Kamera sind zu groß und bremsen die Ladezeit, besonders mobil.

Pflichtangaben: Impressum und Datenschutz

Wer geschäftsmäßig, in der Regel gegen Entgelt, digitale Dienste anbietet, muss nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) bestimmte Angaben leicht erkennbar und ständig verfügbar machen. Das betrifft praktisch jede Website von Selbstständigen. Dazu gehören unter anderem:

  • Name und Anschrift, unter der du niedergelassen bist.
  • Angaben zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme, einschließlich E-Mail-Adresse.
  • Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Wirtschafts-Identifikationsnummer, falls vorhanden.
  • Bei Registereintrag das Register und die Registernummer.
  • Bei zulassungspflichtigen Tätigkeiten die zuständige Aufsichtsbehörde.
  • Bei reglementierten Berufen die Kammer, die gesetzliche Berufsbezeichnung und die berufsrechtlichen Regelungen.

Zusätzlich brauchst du eine Datenschutzerklärung, die beschreibt, welche Daten deine Website verarbeitet, etwa über das Kontaktformular oder eingebundene Dienste. Setzt du Statistik- oder Marketing-Tools ein, kann zusätzlich eine Einwilligung über einen Cookie-Banner nötig sein. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel lass deine Rechtstexte prüfen.

Domain und E-Mail-Adresse

Eine eigene Domain, also zum Beispiel deinname.de, ist die Grundlage für einen professionellen Auftritt. Sie ist kurz, leicht zu merken und gehört dir. Wähle möglichst deinen Namen oder den Namen deines Unternehmens, ohne Bindestriche und komplizierte Schreibweisen.

Nutze die Domain auch für deine E-Mail-Adresse. Eine Adresse wie kontakt@deinname.de wirkt deutlich seriöser als eine Freemail-Adresse. Achte darauf, dass die Domain auf dich registriert ist und nicht auf den Anbieter, der deine Website baut.

So wirst du als Selbstständiger gefunden

Eine Website, die niemand findet, bringt keine Anfragen. Diese Grundlagen helfen dir, bei Google sichtbar zu werden:

  • Klare Seitentitel: Leistung und Ort im Titel der Startseite, zum Beispiel „Steuerberatung für Selbstständige in Münster“.
  • Die Sprache deiner Kunden: Begriffe verwenden, nach denen Kunden suchen, nicht nur Fachbegriffe.
  • Google-Unternehmensprofil: Kostenlos, mit Leistungen, Öffnungszeiten und Bewertungen. Laut Google hängt das lokale Ranking von Relevanz, Entfernung und Bekanntheit ab.
  • Bewertungen: Zufriedene Kunden um eine Bewertung bitten und Bewertungen beantworten.
  • Schnelle, mobile Website: Google verwendet für Indexierung und Ranking die mobile Version deiner Website.
  • Search Console: Kostenlos prüfen, ob deine Seiten im Index sind und wofür du gefunden wirst.

Website und Social Media zusammen nutzen

Viele Selbstständige sind auf Instagram, LinkedIn oder Facebook aktiv. Das ist eine gute Ergänzung, aber kein Ersatz für die eigene Website. Am besten funktionieren beide zusammen: Auf Social Media zeigst du Einblicke in deine Arbeit und baust Reichweite auf, die Website bündelt alle wichtigen Informationen und führt zur Anfrage. Verlinke in jedem Profil auf deine Website und binde auf der Website deine Profile ein, damit Interessenten den Weg in beide Richtungen finden. So bleibst du unabhängig, falls sich die Reichweite einer Plattform ändert.

Website selbst bauen oder erstellen lassen?

Für Selbstständige gibt es drei typische Wege zur eigenen Homepage:

Die drei Wege im Vergleich

Weg Vorteile Nachteile
Baukasten (z. B. Jimdo, Wix) Günstiger Einstieg, schnell online Viel eigene Zeit, Vorlagen-Design, an Plattform gebunden
Freelancer oder Agentur Individuell, wenig eigener Aufwand Höhere Startkosten, Abstimmung nötig
Feste Pakete zum Festpreis Klare Leistungen und Kosten, schnell umgesetzt Weniger geeignet für sehr individuelle Sonderwünsche

Die Entscheidung hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit du hast und wie wichtig die Website für neue Aufträge ist. Wer gerade erst startet und mehr Zeit als Budget hat, kann mit einem Baukasten beginnen. Wer lieber in seinem eigentlichen Beruf arbeitet und eine Website will, die überzeugt, lässt sie erstellen.

Was eine Homepage für Selbstständige kostet

Bei einem Baukasten zahlst du ein monatliches Abo und investierst deine eigene Zeit. Bei einer professionell erstellten Website fallen einmalige Kosten an, dazu je nach Anbieter Hosting und Wartung. Bei avui kostet ein Onepager 590 €, eine Website mit bis zu 5 Unterseiten 990 € (jeweils netto, einmalig). Hosting und Instandhaltung gibt es für 50 € im Monat, wer Inhalte selbst ändern will, bucht avui studio für 20 € im Monat dazu.

Nach dem Start: pflegen und weiterentwickeln

Eine Website ist nie ganz fertig. Plane ein, sie regelmäßig zu prüfen und zu ergänzen. Das muss nicht viel Zeit kosten, sorgt aber dafür, dass sie aktuell bleibt und mit deinem Geschäft wächst.

  • Monatlich: Kontaktformular testen, neue Bewertungen beantworten, kurz in die Search Console schauen.
  • Vierteljährlich: Leistungen, Preise und Öffnungszeiten prüfen, neue Referenzen ergänzen.
  • Jährlich: Texte und Fotos überarbeiten, Rechtstexte prüfen, überlegen, ob neue Unterseiten sinnvoll sind.

Wenn du Inhalte selbst ändern willst, frag schon bei der Erstellung, wie das funktioniert. Ein einfaches Redaktionssystem erspart dir, für jede kleine Änderung jemanden beauftragen zu müssen. Und wenn du merkst, dass bestimmte Fragen von Kunden immer wiederkehren, ist das ein guter Hinweis darauf, welche Inhalte auf deiner Website noch fehlen.

Typische Fehler auf Selbstständigen-Websites

  • Unklares Angebot: Besucher verstehen nicht in fünf Sekunden, was du machst.
  • Kein Foto von dir: Gerade bei Selbstständigen fehlt dann das wichtigste Vertrauenssignal.
  • Kontakt versteckt: Telefonnummer und E-Mail nur im Impressum.
  • Veraltete Inhalte: Alte Preise, Leistungen, die es nicht mehr gibt, oder ein seit Jahren unveränderter Stand.
  • Fehlende Pflichtangaben: Impressum oder Datenschutzerklärung unvollständig oder schwer auffindbar.
  • Mobil kaum nutzbar: Zu kleine Schrift, Buttons zu eng, Bilder zu groß.

Fazit: Klein anfangen, aber richtig

  • Eine Homepage ist für Selbstständige der eigene, verlässliche Ort im Netz, auch wenn Aufträge über Empfehlungen kommen.
  • Für den Start reichen Startseite, Leistungen, Über mich, Kontakt, Impressum und Datenschutz, oft auf einem Onepager.
  • Die „Über mich“-Seite mit echtem Foto ist der wichtigste Vertrauensanker.
  • Impressum nach § 5 DDG und Datenschutzerklärung sind Pflicht.
  • Google-Unternehmensprofil, klare Seitentitel und eine mobile, schnelle Website sorgen dafür, dass du gefunden wirst.

Mein Rat: Starte lieber mit einer kleinen, sauberen Website als mit einem großen Projekt, das nie fertig wird. Ein klarer Onepager mit gutem Foto, verständlichem Angebot und sichtbarem Kontakt bringt mehr als zehn halbfertige Unterseiten. Erweitern kannst du später immer noch, wenn dein Angebot wächst oder du für einzelne Leistungen gezielt bei Google gefunden werden willst.

Quellen

Häufige Fragen

Brauche ich als Selbstständiger eine eigene Homepage?
Eine Pflicht gibt es nicht, aber eine eigene Homepage ist sehr sinnvoll. Auch wer über Empfehlungen kommt, wird meist vorher gegoogelt. Die Website zeigt Angebot, Person und Kontakt rund um die Uhr und gehört dir, anders als ein Social-Media-Profil.
Welche Seiten braucht eine Homepage für Selbstständige?
Startseite, Leistungen, Über mich, Referenzen falls vorhanden, Kontakt sowie Impressum und Datenschutzerklärung. Für den Start kann alles außer den Rechtstexten auch auf einem Onepager stehen.
Brauche ich als Selbstständiger ein Impressum?
Ja, wenn du geschäftsmäßig online auftrittst. Nach § 5 DDG gehören unter anderem Name, Anschrift und E-Mail-Adresse dazu, je nach Tätigkeit auch Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Registerangaben, Aufsichtsbehörde oder Kammer. Im Zweifel lass dich rechtlich beraten.
Reicht ein Onepager für Selbstständige?
Für viele Selbstständige ja, besonders zum Start. Ein Onepager mit klaren Abschnitten zu Angebot, Person und Kontakt ist übersichtlich und günstig. Eigene Unterseiten lohnen sich, wenn du mehrere sehr unterschiedliche Leistungen anbietest oder für einzelne Leistungen bei Google gefunden werden willst.
Was kostet eine Homepage für Selbstständige?
Mit einem Baukasten zahlst du ein monatliches Abo plus deine eigene Zeit. Professionell erstellt kostet bei avui ein Onepager 590 € und eine Website mit bis zu 5 Unterseiten 990 € (netto, einmalig). Hosting und Wartung gibt es für 50 € im Monat.
Wie werde ich als Selbstständiger bei Google gefunden?
Mit klaren Seitentiteln, die Leistung und Ort nennen, Texten in der Sprache deiner Kunden, einer schnellen mobilen Website und einem gepflegten Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen. Mit der kostenlosen Search Console prüfst du, ob deine Seiten im Index sind.