SEO & Sichtbarkeit

SEO-Checkliste: 40 Punkte für eine Website, die gefunden wird

29. September 20269 Min. LesezeitTjade Liedtke
Physiotherapeutin am Empfang ihrer Praxis hakt Punkte auf einer Checkliste ab

Diese SEO-Checkliste führt dich Punkt für Punkt durch alles, was eine Website für gute Rankings bei Google braucht: von der technischen Basis über Inhalte und Seitenstruktur bis zur lokalen Sichtbarkeit und zum Vertrauen. Sie ist für kleine und mittelständische Unternehmen gemacht, die ihre Website selbst prüfen oder ein Angebot besser einschätzen wollen. Jeder Punkt ist kurz erklärt, mit Hinweis, warum er wichtig ist. Arbeite die Liste einmal komplett durch und wiederhole die Prüfung zweimal im Jahr.

So nutzt du diese Checkliste

Die Punkte sind nach Bereichen sortiert und innerhalb der Bereiche nach Wichtigkeit. Fang oben an: Ein Fehler bei der Indexierung wiegt schwerer als ein nicht ganz perfekter Seitentitel. Hake ab, was erledigt ist, und notiere, was du an wen weitergeben musst. Für die meisten Prüfungen brauchst du nur zwei kostenlose Werkzeuge: die Google Search Console und PageSpeed Insights.

Wichtig: Eine abgehakte Liste garantiert keine Top-Platzierung. Google bewertet viele Signale gleichzeitig, und in umkämpften Branchen und Regionen entscheidet am Ende oft, wer die hilfreicheren Inhalte und die bekanntere Marke hat. Die Checkliste sorgt dafür, dass dir keine vermeidbaren Fehler im Weg stehen und deine Website die Voraussetzungen erfüllt, um überhaupt mitzuspielen. Notiere dir beim ersten Durchgang zu jedem offenen Punkt, wer ihn erledigt und bis wann. So wird aus der Liste ein Plan, der auch umgesetzt wird.

Die sechs Bereiche der SEO-Checkliste: Grundlagen, Technik, Inhalte, Seitenstruktur, Lokales und Vertrauen
Sechs Bereiche, die zusammen über die Sichtbarkeit deiner Website entscheiden.

1. Grundlagen

Bevor du an Texten oder Titeln feilst, muss feststehen, dass Google deine Website überhaupt erfassen kann. Die Grundlagen sind schnell geprüft, und Fehler hier wirken sich auf alle anderen Bereiche aus. Ein einziges falsch gesetztes noindex reicht, damit eine Seite komplett aus der Suche verschwindet.

  1. Google Search Console eingerichtet: Sie ist kostenlos und zeigt, wie Google deine Website sieht, welche Seiten im Index sind und wofür du gefunden wirst.
  2. Seiten im Index: Im Bericht zur Seitenindexierung prüfen, ob alle wichtigen Seiten indexiert sind. Nicht indexierte Seiten können nicht ranken.
  3. Sitemap eingereicht: Laut Google profitieren die meisten Websites von einer Sitemap, besonders neue Websites mit wenigen externen Links.
  4. Keine versehentlichen Sperren: Wichtige Seiten dürfen weder per robots.txt noch per noindex ausgeschlossen sein.
  5. Eine bevorzugte Adresse: Die Website ist nur unter einer Variante erreichbar, etwa mit HTTPS und mit oder ohne www. Die anderen leiten dauerhaft weiter.
  6. Ziele festgelegt: Für welche Leistungen und Orte willst du gefunden werden? Ohne Ziel keine sinnvolle Optimierung.

2. Technik

Die Technik entscheidet, ob Besucher und Google deine Seiten schnell und ohne Hindernisse nutzen können. Die meisten Punkte prüfst du mit PageSpeed Insights und dem Bericht zu den Core Web Vitals in der Search Console. Was dort rot markiert ist, gibst du an die Person weiter, die deine Website betreut.

  1. Mobil einwandfrei: Google verwendet für Indexierung und Ranking die mobile Version. Texte lesbar, Buttons groß genug, kein seitliches Scrollen.
  2. Core Web Vitals im grünen Bereich: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden, CLS bis 0,1, gemessen in den Felddaten der Search Console.
  3. Bilder optimiert: Passende Größe, moderne Formate wie WebP, feste Breite und Höhe, verzögertes Laden für Bilder weiter unten.
  4. HTTPS aktiv: Die gesamte Website läuft verschlüsselt, ohne Warnungen im Browser.
  5. Keine Fehlerseiten: Interne Links führen nicht ins Leere. Gelöschte Seiten leiten auf passende Inhalte weiter.
  6. Saubere URLs: Kurze, sprechende Adressen mit Wörtern, die Nutzern helfen, statt kryptischer Zahlenfolgen.
  7. Strukturierte Daten: Angaben zu Unternehmen, Adresse und Öffnungszeiten, bei Ratgebern zu Artikel und FAQ.
  8. Wenig Ballast: Nur die Skripte und externen Dienste, die wirklich gebraucht werden.

3. Inhalte

Inhalte sind der Bereich, in dem du am meisten selbst bewegen kannst. Google beschreibt in seinem Leitfaden, dass Seiten für Menschen geschrieben sein sollen und nicht für Suchmaschinen. Frag dich bei jeder Seite: Würde ein Kunde nach dem Lesen wissen, was du anbietest, was es ungefähr kostet und wie er dich erreicht?

  1. Eine Seite pro Thema: Jede wichtige Leistung hat eine eigene Seite. Eine Seite für alles rankt für nichts richtig.
  2. Suchabsicht getroffen: Gib deinen Hauptbegriff bei Google ein. Passt deine Seite zu dem, was dort oben steht?
  3. Fragen beantwortet: Was kostet es, wie läuft es ab, wie lange dauert es, wo bist du tätig? Konkrete Antworten statt Werbesprache.
  4. Antwort zuerst: Jeder Abschnitt beginnt mit der Kernaussage, danach folgen die Details.
  5. Original und hilfreich: Eigene Beispiele, Erfahrungen und Fotos statt austauschbarer Texte. Google stellt hilfreiche, zuverlässige Inhalte für Menschen in den Mittelpunkt.
  6. Aktuell: Preise, Öffnungszeiten und Leistungen stimmen. Veraltete Angaben kosten Vertrauen.
  7. Keine doppelten Inhalte: Mehrere fast gleiche Seiten zum selben Thema konkurrieren miteinander. Lieber zusammenführen.
  8. Bilder beschrieben: Jedes inhaltliche Bild hat einen kurzen, beschreibenden Alt-Text.

4. Seitenstruktur und On-Page

Die Seitenstruktur hilft Google zu verstehen, worum es auf jeder Seite geht und wie die Seiten zusammenhängen. Für Besucher sorgt sie dafür, dass sie schnell finden, was sie suchen. Viele dieser Punkte kannst du direkt im Redaktionssystem deiner Website prüfen und anpassen.

  1. Eigener Seitentitel: Jede Seite hat einen eindeutigen, aussagekräftigen Titel, der den Inhalt beschreibt. Laut Google solltest du überflüssige Keywords vermeiden.
  2. Meta-Beschreibung: Eine kurze, seitenspezifische Zusammenfassung, die zum Klick einlädt.
  3. Eine Hauptüberschrift: Jede Seite hat genau eine H1 mit dem Hauptthema.
  4. Logische Zwischenüberschriften: H2 und H3 gliedern den Inhalt, ohne Ebenen zu überspringen.
  5. Interne Links: Seiten sind mit beschreibenden Linktexten verbunden, etwa von der Startseite zu jeder Leistung. Laut Google helfen Links Nutzern und Suchmaschinen, Inhalte zu finden.
  6. Klare Navigation: Wichtige Seiten sind mit wenigen Klicks erreichbar.
  7. Deutlicher Call to Action: Jede Seite zeigt, was Besucher als Nächstes tun sollen, etwa anrufen oder eine Anfrage senden.

5. Lokale Sichtbarkeit

Wer Kunden in der eigenen Region gewinnt, wird oft zuerst über Google Maps und das lokale Paket in der Suche gefunden. Laut Google hängt das lokale Ranking von Relevanz, Entfernung und Bekanntheit ab. Auf die Entfernung hast du keinen Einfluss, auf die beiden anderen Faktoren schon.

  1. Google-Unternehmensprofil bestätigt: Nur bestätigte Profile lassen sich vollständig verwalten.
  2. Profil vollständig: Echter Firmenname, passende Kategorien, Adresse oder Einsatzgebiet, Öffnungszeiten, Leistungen und Fotos.
  3. Keine Keywords im Firmennamen: Laut Google-Richtlinien ist es nicht erlaubt, dem Namen unnötige Informationen hinzuzufügen.
  4. Bewertungen gesammelt und beantwortet: Google nennt die Zahl der Rezensionen als Teil der Bekanntheit, einem der drei lokalen Rankingfaktoren.
  5. Einheitliche Daten: Name, Adresse und Telefonnummer sind überall identisch, auf der Website, im Profil und in Verzeichnissen.
  6. Ortsbezug auf der Website: Ort und Einsatzgebiet stehen im Titel der Startseite und natürlich im Text.

6. Vertrauen und Bekanntheit

Vertrauen ist schwerer zu messen als Ladezeit, aber für Besucher und für Google genauso wichtig. Eine Website, die zeigt, wer dahintersteht, was das Unternehmen kann und wie man es erreicht, überzeugt mehr als eine anonyme Seite mit allgemeinen Versprechen.

  1. Impressum und Datenschutzerklärung: Vollständig und von jeder Seite erreichbar.
  2. Wer steckt dahinter? Eine Seite über dich und dein Team, echte Fotos, Ansprechpartner. Google stellt bei der Qualität vor allem die Vertrauenswürdigkeit in den Vordergrund.
  3. Referenzen und Beispiele: Echte Projekte, Kundenstimmen, sofern vorhanden, und Zertifikate.
  4. Erwähnungen und Links: Einträge bei Kammern, Verbänden, Partnern und regionalen Portalen.
  5. Keine unseriösen Abkürzungen: Keine gekauften Links, kein Keyword-Stuffing, keine massenhaft erzeugten Seiten. Das verstößt gegen die Spamrichtlinien.

Prüfrhythmus: Wann du was kontrollierst

  • Monatlich: Search Console auf Fehler und Leistung prüfen, neue Bewertungen beantworten.
  • Vierteljährlich: Öffnungszeiten, Preise und Leistungen auf Website und Profil aktualisieren, eine Seite inhaltlich verbessern.
  • Halbjährlich: Diese Checkliste komplett durchgehen.
  • Nach jeder größeren Änderung: Indexierung, Weiterleitungen und Ladezeit kontrollieren, besonders nach einem Relaunch.

Prioritäten: Was du zuerst erledigst

Nicht jeder Punkt hat dieselbe Wirkung. Wenn du wenig Zeit hast, arbeite in dieser Reihenfolge:

  1. Blockaden lösen: Alles, was Seiten aus dem Index hält, kommt zuerst. Ohne Indexierung bringt keine andere Maßnahme etwas.
  2. Mobile Fehler beheben: Da Google die mobile Version bewertet, wiegen Darstellungsprobleme auf dem Smartphone schwer.
  3. Titel und Inhalte der wichtigsten Seiten: Startseite und Leistungsseiten bringen in der Regel die meisten Anfragen.
  4. Unternehmensprofil pflegen: Für lokale Betriebe oft der schnellste Weg zu mehr Sichtbarkeit.
  5. Feinschliff: Strukturierte Daten, Alt-Texte, interne Links und zusätzliche Inhalte.

Werkzeuge für die Prüfung

Für die Checkliste brauchst du keine teuren SEO-Tools. Drei kostenlose Angebote von Google decken fast alles ab:

  • Google Search Console: Zeigt Indexierung, Fehler, Core Web Vitals aus echten Nutzerdaten und im Leistungsbericht Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position deiner Suchbegriffe.
  • PageSpeed Insights: Misst Ladezeit und Core Web Vitals einer einzelnen Seite und nennt konkrete Verbesserungen.
  • Google-Unternehmensprofil: Verwaltung von Öffnungszeiten, Fotos, Leistungen und Bewertungen für die lokale Suche.

Für manche Punkte genügt auch ein einfacher Blick: Öffne deine Website auf dem Smartphone, klicke dich durch die Navigation und lies die Seitentitel im Browser-Tab. Viele Schwächen fallen so schon ohne Werkzeug auf.

Häufige Fehler, die die Checkliste aufdeckt

  • Seiten versehentlich ausgeschlossen: Nach einem Relaunch steht noch ein noindex aus der Testphase im Code.
  • Gleiche Titel überall: Alle Seiten heißen „Startseite“ oder tragen nur den Firmennamen.
  • Alles auf einer Seite: Zehn Leistungen in einer Liste, aber keine eigenen Seiten.
  • Riesige Bilder: Fotos direkt aus der Kamera bremsen die mobile Ladezeit.
  • Verwaistes Unternehmensprofil: Alte Öffnungszeiten, keine Fotos, unbeantwortete Bewertungen.

Fazit: Gründlich einmal, dann regelmäßig

  • Die Checkliste deckt Grundlagen, Technik, Inhalte, Seitenstruktur, Lokales und Vertrauen ab.
  • Indexierung und mobile Darstellung kommen zuerst, danach Inhalte und Struktur.
  • Für lokale Unternehmen ist das Google-Unternehmensprofil genauso wichtig wie die Website.
  • Regelmäßige kleine Prüfungen verhindern, dass sich Fehler über Monate unbemerkt halten.

Mein Rat: Nimm dir einen Nachmittag Zeit, geh die Liste einmal komplett durch und notiere alle offenen Punkte. Die drei wichtigsten erledigst du sofort, den Rest planst du für die nächsten Wochen ein. Nach einem halben Jahr fängst du wieder von vorn an und siehst, wie viel sich verbessert hat.

Quellen

Häufige Fragen

Was gehört in eine SEO-Checkliste?
Eine vollständige SEO-Checkliste deckt sechs Bereiche ab: Grundlagen wie Search Console und Indexierung, Technik wie mobile Darstellung und Ladezeit, Inhalte, Seitenstruktur mit Titeln und internen Links, lokale Sichtbarkeit über das Google-Unternehmensprofil sowie Vertrauen durch Impressum, Referenzen und Erwähnungen.
Womit sollte ich bei der SEO-Prüfung anfangen?
Mit der Indexierung. Prüfe in der Google Search Console, ob deine wichtigen Seiten im Index sind. Seiten, die Google nicht indexiert, können nicht ranken, egal wie gut Texte und Titel sind. Danach folgen mobile Darstellung und Ladezeit.
Wie oft sollte ich meine Website auf SEO prüfen?
Ein kurzer Blick in die Search Console einmal im Monat reicht für die meisten kleinen Websites. Die komplette Checkliste lohnt sich etwa zweimal im Jahr und zusätzlich nach jeder größeren Änderung, besonders nach einem Relaunch.
Welche kostenlosen Tools brauche ich für die Checkliste?
Für die meisten Punkte genügen die Google Search Console und PageSpeed Insights. Die Search Console zeigt Indexierung, Fehler und Suchanfragen, PageSpeed Insights misst Ladezeit und Core Web Vitals. Für die lokale Sichtbarkeit kommt das Google-Unternehmensprofil dazu.
Kann ich die SEO-Checkliste selbst abarbeiten?
Ja, viele Punkte wie Seitentitel, Texte, Unternehmensprofil und Bewertungen kannst du ohne Technikwissen selbst erledigen. Technische Punkte wie Ladezeit, Weiterleitungen oder strukturierte Daten gibst du besser an die Person weiter, die deine Website betreut.
Wie lange dauert es, bis sich SEO-Verbesserungen zeigen?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Google muss geänderte Seiten zuerst erneut crawlen und bewerten, und die Konkurrenz in deiner Branche und Region spielt mit. Technische Fehler zu beheben wirkt oft schneller als neue Inhalte, die sich erst etablieren müssen.
Was ist der Unterschied zwischen On-Page- und Off-Page-SEO?
On-Page-SEO umfasst alles, was du direkt auf deiner Website beeinflusst, etwa Inhalte, Seitentitel, Überschriften, interne Links und Ladezeit. Off-Page-SEO betrifft Signale von außen, zum Beispiel Erwähnungen und Links auf anderen Websites oder Bewertungen im Google-Unternehmensprofil.
Brauche ich für eine kleine Website eine Sitemap?
Laut Google brauchen kleine, gut verlinkte Websites nicht zwingend eine Sitemap. In den meisten Fällen profitiert eine Website aber davon, besonders wenn sie neu ist und noch wenige Links von anderen Seiten hat. Die Sitemap reichst du in der Search Console ein.