Was kostet ein Webdesigner? Die Antwort hängt davon ab, wen du beauftragst, wie abgerechnet wird und was genau zum Auftrag gehört. Laut Freelancer-Kompass 2026 berechnen Freelancer für Design, Medien und Kreativdienste im Schnitt 89 € pro Stunde, für Software- und Webentwicklung 91 €. Ob daraus am Ende ein paar Hundert oder mehrere Tausend Euro werden, entscheidet der Umfang. Hier erfährst du, welche Stundensätze und Preismodelle üblich sind, welche Leistungen im Preis stecken sollten und woran du einen fairen Webdesigner erkennst.
Was macht ein Webdesigner eigentlich?
Der Begriff Webdesigner wird sehr unterschiedlich verwendet. Manche gestalten nur das Aussehen einer Website, andere setzen sie auch technisch um, schreiben Texte und kümmern sich um Suchmaschinenoptimierung. Für den Preis macht das einen großen Unterschied. Typische Aufgaben sind:
- Konzept: Ziele, Zielgruppe und Seitenstruktur festlegen.
- Gestaltung: Layout, Farben, Schriften und Bildsprache entwickeln, meist zuerst für das Smartphone.
- Umsetzung: Die Gestaltung in eine funktionierende Website übertragen, entweder programmiert oder in einem System wie WordPress oder einem Baukasten.
- Inhalte: Texte schreiben oder überarbeiten, Bilder auswählen und optimieren.
- Technik und SEO: Ladezeit, mobile Darstellung, Seitentitel und strukturierte Daten.
- Betreuung: Hosting, Updates und Änderungen nach dem Start.
Frag deshalb immer nach, welche dieser Aufgaben im Angebot enthalten sind. Zwei Angebote mit gleichem Preis können sehr Unterschiedliches liefern.
Stundensätze: Was Webdesigner berechnen
Eine belastbare Orientierung für Deutschland liefert der Freelancer-Kompass 2026 der Plattform freelancermap. Danach liegen die durchschnittlichen Stundensätze für Freelancer bei:
- 89 € pro Stunde für Design, Medien und Kreativdienste
- 91 € pro Stunde für Software- und Webentwicklung
- 94 € pro Stunde für Marketing und Kommunikation
Über alle Fachgebiete lag der Durchschnitt bei 103 €. Agenturen liegen häufig über den Sätzen von Freelancern, weil sie Projektmanagement, Teams und Büro einpreisen. Sehr niedrige Stundensätze können auf wenig Erfahrung hindeuten, sehr hohe auf Spezialisierung oder große Agenturstrukturen.
Zur Einordnung eine einfache Rechnung: Bei 89 € pro Stunde kosten zehn Stunden Gestaltung 890 € netto, zwanzig Stunden 1.780 € netto. Wie viele Stunden eine Website braucht, hängt vom Umfang ab, deshalb sagt der Stundensatz allein wenig über den Endpreis.
Die drei Preismodelle
Abrechnungsmodelle im Vergleich
| Modell | Vorteil | Risiko |
|---|---|---|
| Stundensatz | Flexibel bei unklarem Umfang und Änderungen | Endpreis steht erst am Schluss fest |
| Pauschale nach Angebot | Preis für einen definierten Umfang | Zusatzwünsche werden extra berechnet |
| Festpreis-Paket | Klarer Preis und Umfang vorab, gut vergleichbar | Paketgrenzen genau prüfen, etwa Zahl der Seiten |
Für kleine Unternehmen ist ein Festpreis meist die sicherste Wahl: Du weißt vorher, was du bekommst und was es kostet. Wichtig ist, dass der Leistungsumfang genau beschrieben ist, inklusive Korrekturschleifen und Texten.
Wovon die Kosten abhängen
- Anzahl der Seiten: Ein Onepager ist deutlich schneller umgesetzt als eine Website mit zehn Unterseiten.
- Design-Anspruch: Ein individuelles Design kostet mehr als eine angepasste Vorlage.
- Texte: Wenn der Webdesigner die Texte schreibt, steigt der Aufwand. Wenn du sie lieferst, sinkt der Preis, aber deine eigene Zeit steigt.
- Funktionen: Shop, Terminbuchung, Mehrsprachigkeit oder Mitgliederbereich erhöhen den Aufwand deutlich.
- Bilder: Ein Fotoshooting oder lizenzierte Bilder kosten extra.
- Korrekturschleifen: Jede zusätzliche Runde kostet Zeit. Klare Vorgaben sparen Geld.
- Betreuung nach dem Start: Hosting, Wartung und Änderungen werden oft separat berechnet.
Aufwand nach Projektgröße
Statt pauschaler Preise hilft es, den Umfang einzuordnen. Je größer das Projekt, desto mehr Stunden fließen in Konzept, Gestaltung, Texte und Abstimmung:
Typische Projektgrößen im Überblick
| Projekt | Typischer Umfang | Aufwand |
|---|---|---|
| Onepager | Eine Seite mit mehreren Abschnitten, Kontaktformular | Gering |
| Kleine Unternehmenswebsite | Bis zu fünf Unterseiten, etwa Leistungen, Über uns, Kontakt | Mittel |
| Größere Website | Zehn und mehr Unterseiten, mehrere Leistungsbereiche, Ratgeber | Hoch |
| Website mit Shop oder Buchung | Produkte, Zahlungen, Kundenkonto oder Terminbuchung | Sehr hoch |
Mit dem Stundensatz und einer Schätzung der Stunden kannst du jedes Angebot grob plausibilisieren. Frag ruhig nach, wie viele Stunden ein Anbieter für dein Projekt einplant.
Was in einem guten Angebot stehen sollte
- Anzahl und Art der Seiten, zum Beispiel Startseite, drei Leistungsseiten, Kontakt
- Ob ein individuelles Design oder eine angepasste Vorlage geplant ist
- Wer die Texte schreibt und wie viele Korrekturschleifen enthalten sind
- Technische Grundlage: programmiert, WordPress oder Baukasten
- Mobile Optimierung, Ladezeit und SEO-Grundlagen
- Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Hinweis
- Zeitplan bis zum Launch
- Kosten für Hosting, Wartung und spätere Änderungen
Laufende Kosten nach dem Launch
Viele vergleichen nur den Preis für die Erstellung. Über mehrere Jahre können die laufenden Kosten aber genauso wichtig sein: Domain und Hosting, technische Wartung mit Updates und Backups, kleine Änderungen an Texten und Bildern sowie gelegentliche Erweiterungen. Frag deshalb, ob der Webdesigner diese Leistungen anbietet, zu welchem Preis, und ob du Inhalte auch selbst ändern kannst. Bei avui kosten Hosting und Wartung 50 € im Monat, mit avui studio änderst du Texte und Bilder für 20 € im Monat selbst.
Freelancer oder Agentur?
Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Ein Freelancer ist oft günstiger und persönlich ansprechbar, aber von einer Person abhängig, etwa bei Krankheit oder Urlaub. Eine Agentur bietet ein Team mit verschiedenen Spezialisten und feste Prozesse, ist aber meist teurer und hat längere Abstimmungswege.
Entscheidend ist weniger die Organisationsform als die Frage, ob Leistungsumfang, Zeitplan und Ansprechpartner klar sind und ob du nach dem Start jemanden hast, der sich um die Website kümmert.
So erkennst du einen fairen Webdesigner
- Klares Angebot: Leistungen, Anzahl der Seiten, Korrekturschleifen und Preis stehen schriftlich fest.
- Referenzen: Echte Projekte, die du dir ansehen kannst, idealerweise in ähnlicher Größe wie deins.
- Verständliche Sprache: Fachbegriffe werden erklärt, statt dich zu beeindrucken.
- Transparente Folgekosten: Hosting, Wartung und Änderungen sind beziffert.
- Klare Eigentumsverhältnisse: Du erfährst, ob du alle Dateien und Zugänge bekommst.
- Realistischer Zeitplan: Ein konkretes Datum für den Launch und die Schritte dorthin.
So sparst du bei den Kosten
- Gut vorbereitet ins Gespräch: Ziele, Leistungen, Wunschfarben und Beispiele, die dir gefallen, sparen Abstimmungszeit.
- Klein starten: Ein Onepager oder wenige Unterseiten reichen oft für den Anfang.
- Vorhandenes nutzen: Logo, Fotos und Kundenstimmen, die du schon hast.
- Feedback bündeln: Sammle Änderungswünsche pro Runde, statt einzeln nachzuschicken.
Fazit: Vergleiche Leistungen, nicht nur Stundensätze
- Webdesigner berechnen im Schnitt 89 bis 91 € pro Stunde, Agenturen oft mehr.
- Der Endpreis hängt vom Umfang ab: Seiten, Design, Texte, Funktionen.
- Ein Festpreis mit klar beschriebenem Umfang schützt vor Überraschungen.
- Prüfe, was nach dem Start passiert und wem die Website gehört.
Mein Rat: Lass dir zwei bis drei Angebote mit genau beschriebenem Leistungsumfang geben und vergleiche sie Punkt für Punkt. Der günstigste Stundensatz ist selten das günstigste Ergebnis.



