Technik & Performance

WordPress-Alternative: Welche Lösung passt zu deiner Website?

20. September 20269 Min. LesezeitTjade Liedtke
Grafik mit dem Schriftzug WordPress-Alternativen: Schneller, sicherer, weniger Wartung

WordPress ist das meistgenutzte System für Websites, aber längst nicht für jeden die beste Wahl. Viele kleine Unternehmen suchen eine WordPress-Alternative, weil Updates, Plugins und Sicherheitslücken mehr Arbeit machen als gedacht oder weil die Seite mit jedem Page-Builder langsamer wird. Hier erfährst du, warum das so ist, welche Arten von Alternativen es gibt, welche Systeme sich für wen eignen und worauf du beim Umstieg achten musst, damit dein Google-Ranking erhalten bleibt.

Warum so viele nach einer Alternative zu WordPress suchen

WordPress ist ein starkes, flexibles System. Laut W3Techs nutzen es 40,1 % aller Websites, unter den Websites mit erkennbarem Content-Management-System liegt der Anteil bei 58,6 %. Genau diese Verbreitung hat aber Schattenseiten, gerade für kleine Unternehmen ohne eigene IT.

Sicherheit: Plugins sind die größte Baustelle

Der Sicherheitsanbieter Patchstack hat für 2025 insgesamt 11.334 neue Schwachstellen im WordPress-Umfeld gezählt, 42 % mehr als im Vorjahr. 91 % davon steckten in Plugins, 9 % in Themes. Im WordPress-Kern selbst waren es nur sechs, alle mit geringer Priorität. Für 46 % der Lücken gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keinen Patch vom Entwickler.

Das Problem ist also weniger WordPress selbst als die vielen Erweiterungen, die fast jede WordPress-Seite braucht. Jedes Plugin ist ein weiteres Stück Code, das aktuell gehalten werden muss.

Weitere häufige Gründe

  • Wartungsaufwand: Kern, Theme und Plugins brauchen regelmäßige Updates, und manchmal vertragen sich Updates nicht miteinander.
  • Ladezeit: Page-Builder und viele Plugins laden Code, der auf der Seite gar nicht gebraucht wird. Das bremst vor allem auf dem Smartphone.
  • Komplexität: Für eine Website mit fünf Seiten ist ein System, das auch Onlineshops und Mitgliederportale kann, oft schlicht überdimensioniert.
  • Kosten über die Zeit: Premium-Plugins und Themes kosten häufig jährliche Lizenzgebühren, dazu kommen Hosting und Wartung.

Welche Arten von WordPress-Alternativen gibt es?

Vier Arten von WordPress-Alternativen: Baukasten, Open-Source-CMS, schlankes oder Headless-CMS und statische Website mit Editor
Vier Wege zur Website ohne WordPress, je nach Aufwand, Budget und gewünschter Freiheit.
  1. Website-Baukasten: Alles aus einer Hand, du klickst die Seite selbst zusammen. Hosting, Updates und Sicherheit übernimmt der Anbieter.
  2. Andere Open-Source-CMS: Systeme wie Joomla, Drupal oder TYPO3 funktionieren ähnlich wie WordPress, setzen aber andere Schwerpunkte.
  3. Schlanke und Headless-CMS: Kleinere Systeme mit weniger Ballast oder reine Inhaltsverwaltung mit separat programmierter Website.
  4. Statische Website mit einfachem Editor: Die Website wird als fertiges HTML ausgeliefert, Inhalte änderst du über einen schlanken Editor.

Die wichtigsten Alternativen im Überblick

WordPress-Alternativen im Vergleich

System Art Geeignet für Technisches Know-how
Wix Baukasten Einfache Websites, die du selbst gestaltest Gering
Squarespace Baukasten Designorientierte Seiten, Portfolios Gering
Webflow Visueller Website-Builder Individuelle Designs ohne klassisches Programmieren Mittel
Shopify Shop-System Onlineshops Gering bis mittel
Joomla Open-Source-CMS Websites mit vielen Inhalten und Benutzerrechten Mittel
Drupal, TYPO3 Open-Source-CMS Große Websites, Unternehmen, Behörden Hoch
Kirby Schlankes CMS Individuelle Websites mit Entwickler Mittel bis hoch
Headless-CMS Inhaltsverwaltung per API Mehrere Kanäle, eigenes Entwicklerteam Hoch
Statische Website mit Editor Programmierte Website Kleine und mittlere Unternehmenswebsites Gering (für dich), Umsetzung durch Profi

Website-Baukästen: Wix, Squarespace, Webflow

Baukästen sind nach WordPress die meistgenutzten Systeme. Laut W3Techs laufen 4,2 % aller Websites mit Wix, 2,4 % mit Squarespace und 0,8 % mit Webflow. Der Vorteil: Du musst dich nicht um Hosting, Updates und Sicherheit kümmern. Der Nachteil: Du bist an den Anbieter gebunden, zahlst dauerhaft eine Monatsgebühr und kannst eine Website meist nicht einfach mitnehmen, wenn du wechseln willst. Viele Seiten sehen sich zudem ähnlich, weil sie auf denselben Vorlagen beruhen.

Andere Open-Source-CMS: Joomla, Drupal, TYPO3

Diese Systeme sind kostenlos und flexibel, bringen aber ähnliche Pflichten mit wie WordPress: Updates, Erweiterungen und Sicherheit bleiben deine Aufgabe oder die deines Dienstleisters. Joomla kommt laut W3Techs auf 1,1 % aller Websites, Drupal auf 0,6 %. TYPO3 ist im deutschsprachigen Raum vor allem bei größeren Organisationen verbreitet. Für eine kleine Unternehmenswebsite sind diese Systeme meist eher mehr als weniger Aufwand.

Schlanke CMS wie Kirby

Kleinere Systeme verzichten auf vieles, was eine typische Unternehmenswebsite nicht braucht. Kirby etwa ist ein selbst gehostetes CMS mit einmaliger Lizenz pro Website: Die Basic-Lizenz kostet 99 € für Einzelpersonen und kleine Teams mit weniger als 1 Million Euro Jahresumsatz, die Enterprise-Lizenz 349 €, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer und mit drei Jahren Updates. Solche Systeme sind übersichtlich, brauchen für die Einrichtung aber einen Entwickler.

Headless-CMS

Ein Headless-CMS verwaltet nur Inhalte und liefert sie per Schnittstelle an eine separat programmierte Website, App oder einen Shop. Das ist sehr flexibel und schnell, aber ohne Entwickler nicht umsetzbar und für die meisten kleinen Unternehmen zu groß.

Statische Website mit einfachem Editor

Bei diesem Ansatz wird die Website sauber programmiert und als fertige HTML-Dateien ausgeliefert. Es gibt keine Datenbank, die bei jedem Seitenaufruf abgefragt wird, und keine Plugins, die Lücken öffnen. Das macht die Seite schnell und wenig anfällig. Damit du trotzdem selbst Texte und Bilder ändern kannst, kommt ein schlanker Editor dazu. Für typische Websites von Dienstleistern, Praxen, Vereinen oder kleinen Betrieben ist das oft der beste Mittelweg.

Wann WordPress trotzdem die richtige Wahl ist

Fair bleiben gehört dazu: WordPress hat nicht ohne Grund so viele Nutzer. Es kann die bessere Wahl sein, wenn …

  • du täglich oder mehrmals pro Woche Beiträge veröffentlichst und ein ausgereiftes Redaktionssystem mit Rollen, Entwürfen und Zeitplanung brauchst,
  • du sehr spezielle Funktionen brauchst, für die es bereits erprobte Erweiterungen gibt,
  • ein Team oder Dienstleister die Website dauerhaft betreut und Updates, Backups und Sicherheit fest im Blick hat,
  • du bereits eine gut gepflegte WordPress-Seite hast, die schnell lädt und ihre Aufgabe erfüllt.

Entscheidend ist nicht das System, sondern ob jemand die Verantwortung für Pflege und Sicherheit übernimmt. Eine vernachlässigte WordPress-Seite ist ein Risiko, eine gut betreute nicht.

So findest du die passende Alternative

Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:

  1. Wer kümmert sich um die Technik? Wenn niemand Updates und Sicherheit übernehmen will, scheiden selbst gehostete CMS praktisch aus.
  2. Wie oft änderst du Inhalte? Bei seltenen Änderungen reicht ein einfacher Editor. Wer täglich veröffentlicht, braucht ein komfortables Redaktionssystem.
  3. Willst du selbst gestalten? Dann ist ein Baukasten naheliegend. Willst du ein individuelles Design ohne Bastelaufwand, lass es bauen.
  4. Brauchst du Sonderfunktionen? Shop, Mitgliederbereich oder viele Sprachen sprechen für spezialisierte Systeme.
  5. Wie wichtig ist dir Unabhängigkeit? Prüfe, ob du deine Website samt Dateien mitnehmen kannst, wenn du den Anbieter wechselst.
  6. Wie viel darf es laufend kosten? Rechne Monatsgebühren, Lizenzen und Wartung über mehrere Jahre zusammen.

Was kostet der Umstieg?

Die Kosten hängen weniger vom neuen System ab als von der Menge der Inhalte und davon, wer die Arbeit macht. Diese Posten solltest du einplanen:

  • Neue Website: Design und Umsetzung im neuen System, beim Baukasten in Eigenleistung, sonst durch einen Dienstleister.
  • Inhalte: Texte prüfen, überarbeiten oder neu schreiben, Bilder neu auswählen und optimieren.
  • Weiterleitungen und Technik: Alle alten URLs zuordnen, Formulare und Rechtstexte anpassen, Search Console einrichten.
  • Laufender Betrieb: Monatsgebühr beim Baukasten oder Hosting und Wartung beim Dienstleister.

Bei avui bekommst du die neue Website zum Festpreis, Design, Entwicklung und Texte inklusive. Hosting und Wartung kosten danach 50 € im Monat. Welche alten Seiten weitergeleitet werden müssen, klären wir im Workshop vor dem Start.

Umstieg von WordPress: darauf musst du achten

Ein Systemwechsel ist auch ein Relaunch. Damit Besucher und Google-Rankings nicht verloren gehen, gehören diese Punkte auf die Liste:

  • Alle URLs erfassen: Exportiere vor dem Umzug eine Liste aller Seiten, zum Beispiel aus der sitemap.xml oder der Google Search Console.
  • Weiterleitungen einrichten: Jede alte URL, die es nicht mehr gibt, bekommt eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite.
  • Inhalte prüfen statt kopieren: Der Umzug ist eine gute Gelegenheit, veraltete Texte zu überarbeiten und doppelte Seiten zusammenzulegen.
  • Formulare und Funktionen testen: Kontaktformulare, Terminbuchung oder Newsletter-Anmeldungen müssen im neuen System wieder funktionieren.
  • Datenschutz anpassen: Neue Dienste bedeuten oft eine angepasste Datenschutzerklärung.
  • Nach dem Start beobachten: Prüfe in der Search Console in den ersten Wochen, ob Seiten korrekt indexiert werden und Fehler auftauchen.

Typische Irrtümer beim Wechsel

  • „Ein Baukasten ist immer günstiger.“ Im Einstieg ja, über mehrere Jahre summieren sich die Monatsgebühren. Dazu kommt deine eigene Zeit für Gestaltung und Pflege.
  • „Ohne WordPress kann ich nichts mehr selbst ändern.“ Auch Baukästen, andere CMS und statische Websites mit Editor erlauben eigene Änderungen an Texten und Bildern.
  • „Beim Umzug nehme ich einfach alle Inhalte eins zu eins mit.“ Besser ist es, alte Seiten zu prüfen, Veraltetes zu streichen und die wichtigsten Seiten neu zu schreiben. Ein Umzug ist die beste Gelegenheit dafür.
  • „Das Ranking bleibt automatisch erhalten.“ Nur mit sauberen Weiterleitungen und mindestens gleich guten Inhalten. Ohne Weiterleitungen landen Besucher und Google auf Fehlerseiten.
  • „Ein neues System löst alle Probleme.“ Unklare Texte, fehlende Struktur oder ein schwaches Angebot lassen sich nicht durch Technik ersetzen. Plane deshalb Inhalte und Technik gemeinsam.

Fazit: Die beste Alternative hängt von deinem Alltag ab

  • WordPress ist mächtig, aber für viele kleine Websites mehr System, als nötig ist. Die meisten Sicherheitslücken stecken in Plugins.
  • Baukästen nehmen dir Technik ab, binden dich aber an einen Anbieter und eine Monatsgebühr.
  • Andere Open-Source-CMS bringen ähnliche Pflichten wie WordPress mit.
  • Schlanke, Headless- und statische Lösungen sind schnell und sicher, brauchen aber jemanden, der sie umsetzt.
  • Beim Umstieg entscheiden Weiterleitungen und saubere Inhalte darüber, ob dein Ranking erhalten bleibt.

Mein Rat: Überleg zuerst, wer sich in Zukunft um deine Website kümmert. Daraus ergibt sich fast automatisch, welche Alternative zu dir passt.

Quellen

Häufige Fragen

Was ist die beste Alternative zu WordPress?
Das hängt davon ab, wer sich um die Technik kümmert und wie oft du Inhalte änderst. Für Selbermacher sind Baukästen wie Wix oder Squarespace naheliegend, für große Projekte Systeme wie TYPO3 oder Drupal. Für kleine Unternehmenswebsites ist eine sauber programmierte, statische Website mit einfachem Editor oft der beste Mittelweg.
Ist WordPress unsicher?
Der WordPress-Kern selbst gilt als gut gepflegt: Laut Patchstack betrafen 2025 nur sechs von 11.334 gemeldeten Schwachstellen den Kern. 91 % steckten in Plugins. Das Risiko hängt also stark davon ab, wie viele Erweiterungen eine Seite nutzt und wie konsequent sie aktualisiert werden.
Gibt es eine kostenlose WordPress-Alternative?
Ja. Joomla und Drupal sind wie WordPress Open Source und kostenlos. Kosten entstehen trotzdem für Hosting, Domain, Erweiterungen und Wartung. Viele Baukästen bieten kostenlose Einstiegstarife, meist mit Werbung und ohne eigene Domain.
Was ist eine statische Website?
Eine statische Website besteht aus fertigen HTML-Dateien, die direkt ausgeliefert werden, ohne dass bei jedem Aufruf eine Datenbank abgefragt wird. Sie lädt dadurch sehr schnell und bietet wenig Angriffsfläche. Inhalte lassen sich über einen schlanken Editor trotzdem selbst ändern.
Verliere ich beim Wechsel von WordPress mein Google-Ranking?
Nicht, wenn der Umzug sauber geplant ist. Wichtig sind 301-Weiterleitungen von allen alten auf die neuen URLs, übernommene oder verbesserte Inhalte und eine Kontrolle in der Google Search Console nach dem Start.
Ist ein Baukasten besser als WordPress?
Für einfache Websites, die du selbst pflegen willst, kann ein Baukasten bequemer sein, weil Hosting und Updates entfallen. Dafür bist du an den Anbieter gebunden, zahlst dauerhaft eine Monatsgebühr und kannst die Website meist nicht einfach mitnehmen.
Kann ich ohne WordPress Inhalte selbst ändern?
Ja. Baukästen, andere CMS und auch statische Websites mit Editor erlauben dir, Texte und Bilder selbst anzupassen. Bei avui geht das mit avui studio für 20 € im Monat.
Wie lange dauert ein Umstieg von WordPress?
Das hängt von der Menge der Inhalte ab. Eine kleine Unternehmenswebsite mit wenigen Seiten lässt sich in wenigen Wochen umziehen, große Websites mit vielen Beiträgen brauchen deutlich länger. Plane zusätzlich Zeit für das Überarbeiten der Texte und die Kontrolle nach dem Start ein.