WordPress ist das meistgenutzte System für Websites, aber längst nicht für jeden die beste Wahl. Viele kleine Unternehmen suchen eine WordPress-Alternative, weil Updates, Plugins und Sicherheitslücken mehr Arbeit machen als gedacht oder weil die Seite mit jedem Page-Builder langsamer wird. Hier erfährst du, warum das so ist, welche Arten von Alternativen es gibt, welche Systeme sich für wen eignen und worauf du beim Umstieg achten musst, damit dein Google-Ranking erhalten bleibt.
Warum so viele nach einer Alternative zu WordPress suchen
WordPress ist ein starkes, flexibles System. Laut W3Techs nutzen es 40,1 % aller Websites, unter den Websites mit erkennbarem Content-Management-System liegt der Anteil bei 58,6 %. Genau diese Verbreitung hat aber Schattenseiten, gerade für kleine Unternehmen ohne eigene IT.
Sicherheit: Plugins sind die größte Baustelle
Der Sicherheitsanbieter Patchstack hat für 2025 insgesamt 11.334 neue Schwachstellen im WordPress-Umfeld gezählt, 42 % mehr als im Vorjahr. 91 % davon steckten in Plugins, 9 % in Themes. Im WordPress-Kern selbst waren es nur sechs, alle mit geringer Priorität. Für 46 % der Lücken gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keinen Patch vom Entwickler.
Das Problem ist also weniger WordPress selbst als die vielen Erweiterungen, die fast jede WordPress-Seite braucht. Jedes Plugin ist ein weiteres Stück Code, das aktuell gehalten werden muss.
Weitere häufige Gründe
- Wartungsaufwand: Kern, Theme und Plugins brauchen regelmäßige Updates, und manchmal vertragen sich Updates nicht miteinander.
- Ladezeit: Page-Builder und viele Plugins laden Code, der auf der Seite gar nicht gebraucht wird. Das bremst vor allem auf dem Smartphone.
- Komplexität: Für eine Website mit fünf Seiten ist ein System, das auch Onlineshops und Mitgliederportale kann, oft schlicht überdimensioniert.
- Kosten über die Zeit: Premium-Plugins und Themes kosten häufig jährliche Lizenzgebühren, dazu kommen Hosting und Wartung.
Welche Arten von WordPress-Alternativen gibt es?
- Website-Baukasten: Alles aus einer Hand, du klickst die Seite selbst zusammen. Hosting, Updates und Sicherheit übernimmt der Anbieter.
- Andere Open-Source-CMS: Systeme wie Joomla, Drupal oder TYPO3 funktionieren ähnlich wie WordPress, setzen aber andere Schwerpunkte.
- Schlanke und Headless-CMS: Kleinere Systeme mit weniger Ballast oder reine Inhaltsverwaltung mit separat programmierter Website.
- Statische Website mit einfachem Editor: Die Website wird als fertiges HTML ausgeliefert, Inhalte änderst du über einen schlanken Editor.
Die wichtigsten Alternativen im Überblick
WordPress-Alternativen im Vergleich
| System | Art | Geeignet für | Technisches Know-how |
|---|---|---|---|
| Wix | Baukasten | Einfache Websites, die du selbst gestaltest | Gering |
| Squarespace | Baukasten | Designorientierte Seiten, Portfolios | Gering |
| Webflow | Visueller Website-Builder | Individuelle Designs ohne klassisches Programmieren | Mittel |
| Shopify | Shop-System | Onlineshops | Gering bis mittel |
| Joomla | Open-Source-CMS | Websites mit vielen Inhalten und Benutzerrechten | Mittel |
| Drupal, TYPO3 | Open-Source-CMS | Große Websites, Unternehmen, Behörden | Hoch |
| Kirby | Schlankes CMS | Individuelle Websites mit Entwickler | Mittel bis hoch |
| Headless-CMS | Inhaltsverwaltung per API | Mehrere Kanäle, eigenes Entwicklerteam | Hoch |
| Statische Website mit Editor | Programmierte Website | Kleine und mittlere Unternehmenswebsites | Gering (für dich), Umsetzung durch Profi |
Website-Baukästen: Wix, Squarespace, Webflow
Baukästen sind nach WordPress die meistgenutzten Systeme. Laut W3Techs laufen 4,2 % aller Websites mit Wix, 2,4 % mit Squarespace und 0,8 % mit Webflow. Der Vorteil: Du musst dich nicht um Hosting, Updates und Sicherheit kümmern. Der Nachteil: Du bist an den Anbieter gebunden, zahlst dauerhaft eine Monatsgebühr und kannst eine Website meist nicht einfach mitnehmen, wenn du wechseln willst. Viele Seiten sehen sich zudem ähnlich, weil sie auf denselben Vorlagen beruhen.
Andere Open-Source-CMS: Joomla, Drupal, TYPO3
Diese Systeme sind kostenlos und flexibel, bringen aber ähnliche Pflichten mit wie WordPress: Updates, Erweiterungen und Sicherheit bleiben deine Aufgabe oder die deines Dienstleisters. Joomla kommt laut W3Techs auf 1,1 % aller Websites, Drupal auf 0,6 %. TYPO3 ist im deutschsprachigen Raum vor allem bei größeren Organisationen verbreitet. Für eine kleine Unternehmenswebsite sind diese Systeme meist eher mehr als weniger Aufwand.
Schlanke CMS wie Kirby
Kleinere Systeme verzichten auf vieles, was eine typische Unternehmenswebsite nicht braucht. Kirby etwa ist ein selbst gehostetes CMS mit einmaliger Lizenz pro Website: Die Basic-Lizenz kostet 99 € für Einzelpersonen und kleine Teams mit weniger als 1 Million Euro Jahresumsatz, die Enterprise-Lizenz 349 €, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer und mit drei Jahren Updates. Solche Systeme sind übersichtlich, brauchen für die Einrichtung aber einen Entwickler.
Headless-CMS
Ein Headless-CMS verwaltet nur Inhalte und liefert sie per Schnittstelle an eine separat programmierte Website, App oder einen Shop. Das ist sehr flexibel und schnell, aber ohne Entwickler nicht umsetzbar und für die meisten kleinen Unternehmen zu groß.
Statische Website mit einfachem Editor
Bei diesem Ansatz wird die Website sauber programmiert und als fertige HTML-Dateien ausgeliefert. Es gibt keine Datenbank, die bei jedem Seitenaufruf abgefragt wird, und keine Plugins, die Lücken öffnen. Das macht die Seite schnell und wenig anfällig. Damit du trotzdem selbst Texte und Bilder ändern kannst, kommt ein schlanker Editor dazu. Für typische Websites von Dienstleistern, Praxen, Vereinen oder kleinen Betrieben ist das oft der beste Mittelweg.
Wann WordPress trotzdem die richtige Wahl ist
Fair bleiben gehört dazu: WordPress hat nicht ohne Grund so viele Nutzer. Es kann die bessere Wahl sein, wenn …
- du täglich oder mehrmals pro Woche Beiträge veröffentlichst und ein ausgereiftes Redaktionssystem mit Rollen, Entwürfen und Zeitplanung brauchst,
- du sehr spezielle Funktionen brauchst, für die es bereits erprobte Erweiterungen gibt,
- ein Team oder Dienstleister die Website dauerhaft betreut und Updates, Backups und Sicherheit fest im Blick hat,
- du bereits eine gut gepflegte WordPress-Seite hast, die schnell lädt und ihre Aufgabe erfüllt.
Entscheidend ist nicht das System, sondern ob jemand die Verantwortung für Pflege und Sicherheit übernimmt. Eine vernachlässigte WordPress-Seite ist ein Risiko, eine gut betreute nicht.
So findest du die passende Alternative
Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Wer kümmert sich um die Technik? Wenn niemand Updates und Sicherheit übernehmen will, scheiden selbst gehostete CMS praktisch aus.
- Wie oft änderst du Inhalte? Bei seltenen Änderungen reicht ein einfacher Editor. Wer täglich veröffentlicht, braucht ein komfortables Redaktionssystem.
- Willst du selbst gestalten? Dann ist ein Baukasten naheliegend. Willst du ein individuelles Design ohne Bastelaufwand, lass es bauen.
- Brauchst du Sonderfunktionen? Shop, Mitgliederbereich oder viele Sprachen sprechen für spezialisierte Systeme.
- Wie wichtig ist dir Unabhängigkeit? Prüfe, ob du deine Website samt Dateien mitnehmen kannst, wenn du den Anbieter wechselst.
- Wie viel darf es laufend kosten? Rechne Monatsgebühren, Lizenzen und Wartung über mehrere Jahre zusammen.
Was kostet der Umstieg?
Die Kosten hängen weniger vom neuen System ab als von der Menge der Inhalte und davon, wer die Arbeit macht. Diese Posten solltest du einplanen:
- Neue Website: Design und Umsetzung im neuen System, beim Baukasten in Eigenleistung, sonst durch einen Dienstleister.
- Inhalte: Texte prüfen, überarbeiten oder neu schreiben, Bilder neu auswählen und optimieren.
- Weiterleitungen und Technik: Alle alten URLs zuordnen, Formulare und Rechtstexte anpassen, Search Console einrichten.
- Laufender Betrieb: Monatsgebühr beim Baukasten oder Hosting und Wartung beim Dienstleister.
Bei avui bekommst du die neue Website zum Festpreis, Design, Entwicklung und Texte inklusive. Hosting und Wartung kosten danach 50 € im Monat. Welche alten Seiten weitergeleitet werden müssen, klären wir im Workshop vor dem Start.
Umstieg von WordPress: darauf musst du achten
Ein Systemwechsel ist auch ein Relaunch. Damit Besucher und Google-Rankings nicht verloren gehen, gehören diese Punkte auf die Liste:
- Alle URLs erfassen: Exportiere vor dem Umzug eine Liste aller Seiten, zum Beispiel aus der sitemap.xml oder der Google Search Console.
- Weiterleitungen einrichten: Jede alte URL, die es nicht mehr gibt, bekommt eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite.
- Inhalte prüfen statt kopieren: Der Umzug ist eine gute Gelegenheit, veraltete Texte zu überarbeiten und doppelte Seiten zusammenzulegen.
- Formulare und Funktionen testen: Kontaktformulare, Terminbuchung oder Newsletter-Anmeldungen müssen im neuen System wieder funktionieren.
- Datenschutz anpassen: Neue Dienste bedeuten oft eine angepasste Datenschutzerklärung.
- Nach dem Start beobachten: Prüfe in der Search Console in den ersten Wochen, ob Seiten korrekt indexiert werden und Fehler auftauchen.
Typische Irrtümer beim Wechsel
- „Ein Baukasten ist immer günstiger.“ Im Einstieg ja, über mehrere Jahre summieren sich die Monatsgebühren. Dazu kommt deine eigene Zeit für Gestaltung und Pflege.
- „Ohne WordPress kann ich nichts mehr selbst ändern.“ Auch Baukästen, andere CMS und statische Websites mit Editor erlauben eigene Änderungen an Texten und Bildern.
- „Beim Umzug nehme ich einfach alle Inhalte eins zu eins mit.“ Besser ist es, alte Seiten zu prüfen, Veraltetes zu streichen und die wichtigsten Seiten neu zu schreiben. Ein Umzug ist die beste Gelegenheit dafür.
- „Das Ranking bleibt automatisch erhalten.“ Nur mit sauberen Weiterleitungen und mindestens gleich guten Inhalten. Ohne Weiterleitungen landen Besucher und Google auf Fehlerseiten.
- „Ein neues System löst alle Probleme.“ Unklare Texte, fehlende Struktur oder ein schwaches Angebot lassen sich nicht durch Technik ersetzen. Plane deshalb Inhalte und Technik gemeinsam.
Fazit: Die beste Alternative hängt von deinem Alltag ab
- WordPress ist mächtig, aber für viele kleine Websites mehr System, als nötig ist. Die meisten Sicherheitslücken stecken in Plugins.
- Baukästen nehmen dir Technik ab, binden dich aber an einen Anbieter und eine Monatsgebühr.
- Andere Open-Source-CMS bringen ähnliche Pflichten wie WordPress mit.
- Schlanke, Headless- und statische Lösungen sind schnell und sicher, brauchen aber jemanden, der sie umsetzt.
- Beim Umstieg entscheiden Weiterleitungen und saubere Inhalte darüber, ob dein Ranking erhalten bleibt.
Mein Rat: Überleg zuerst, wer sich in Zukunft um deine Website kümmert. Daraus ergibt sich fast automatisch, welche Alternative zu dir passt.



