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Website-Texte schreiben: So überzeugst du Besucher und Google

27. September 20269 Min. LesezeitTjade Liedtke
3D-Illustration einer Webseite aus Textblöcken mit Button, daneben ein Füller und Sprechblasen

Gute Website-Texte erklären in wenigen Sekunden, was du anbietest, für wen und warum man genau dich anfragen sollte. Sie sind kurz, konkret und für Menschen geschrieben, die überfliegen statt lesen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Texte für Startseite, Leistungsseiten und Über-uns-Seite aufbaust, welche Formulierungen funktionieren und was Google von guten Inhalten erwartet. Mit Vorlagen und Beispielen zum direkten Übernehmen.

Warum Website-Texte über Anfragen entscheiden

Design sorgt für den ersten Eindruck, aber die Texte entscheiden, ob jemand anruft. Ein Besucher will in wenigen Sekunden wissen: Bin ich hier richtig? Kann dieser Betrieb mein Problem lösen? Was passiert, wenn ich mich melde? Findet er darauf keine Antwort, geht er zurück zu Google und klickt das nächste Ergebnis an.

Gleichzeitig sind Texte die Grundlage dafür, dass Google versteht, wofür deine Website relevant ist. Ohne die passenden Begriffe zu Leistung und Ort im Text wirst du für die entsprechenden Suchanfragen kaum gefunden. Gute Website-Texte erfüllen also zwei Aufgaben: Sie überzeugen Menschen und machen dich für Suchmaschinen verständlich.

So lesen Besucher deine Website

Die meisten Besucher lesen nicht, sie scannen. Die Nielsen Norman Group hat in Studien gezeigt, dass Nutzer auf einer durchschnittlichen Seite höchstens 28 Prozent der Wörter lesen, realistisch eher 20 Prozent. Bei ungegliederten Textblöcken folgt der Blick oft einem F-förmigen Muster: die ersten Zeilen quer, dann eine kürzere Zeile, dann nur noch der linke Rand nach unten.

Daraus folgen vier Regeln, die die Nielsen Norman Group selbst empfiehlt:

  • Das Wichtigste zuerst: Die zentralen Aussagen gehören in die ersten zwei Absätze.
  • Sichtbare Zwischenüberschriften: Sie müssen sich deutlich vom Fließtext abheben.
  • Informationswörter nach vorn: Überschriften beginnen mit den Wörtern, die am meisten aussagen.
  • Listen statt Fließtext: Aufzählungen und nummerierte Schritte für Leistungen und Abläufe.

Vor dem Schreiben: Ziel, Zielgruppe, Fragen

Die meisten schwachen Website-Texte entstehen, weil sofort losgeschrieben wird. Kläre vorher drei Dinge für jede Seite:

  1. Ziel: Was soll der Besucher am Ende tun? Anrufen, ein Formular ausfüllen, einen Termin buchen?
  2. Zielgruppe: Wer genau liest die Seite? Ein Privatkunde mit tropfendem Wasserhahn braucht andere Informationen als ein Hausverwalter mit 40 Wohnungen.
  3. Fragen: Welche Fragen stellen Kunden am Telefon immer wieder? Genau diese Fragen sollte die Seite beantworten.

Ein guter Trick: Schreib die zehn häufigsten Kundenfragen auf einen Zettel. Daraus ergibt sich fast automatisch die Gliederung deiner Seite, und die Antworten sind gleichzeitig die Inhalte, nach denen Menschen bei Google suchen.

Ton und Anrede festlegen

Bevor du schreibst, entscheide, wie deine Website klingen soll. Duzen oder siezen? Locker oder sachlich? Die Antwort hängt davon ab, wie du auch im Gespräch mit Kunden sprichst. Ein Friseursalon für junge Leute darf anders klingen als eine Steuerkanzlei. Wichtig ist vor allem, dass Ton und Anrede auf allen Seiten gleich bleiben. Ein Wechsel zwischen „du“ und „Sie“ wirkt unaufmerksam. Halte deine Entscheidung in ein paar Stichpunkten fest, etwa „sachlich, freundlich, Sie, keine Fachbegriffe“. So bleiben die Texte einheitlich, auch wenn später jemand anderes neue Seiten ergänzt.

Die Startseite: in fünf Sekunden klar

Die Startseite muss nicht alles erklären. Sie muss sofort zeigen, was du machst, für wen und wo, und dann zu den passenden Unterseiten führen.

  • Hauptüberschrift: Leistung und Ort oder Zielgruppe, zum Beispiel „Physiotherapie in Bochum-Linden, Termine auch abends“. Keine leeren Sätze wie „Willkommen auf unserer Website“.
  • Unterzeile: Ein Satz zum wichtigsten Vorteil, etwa kurze Wartezeiten, Festpreise oder ein Notdienst.
  • Handlung: Ein klarer Button wie „Termin anfragen“ oder die Telefonnummer, gut sichtbar.
  • Leistungsüberblick: Die wichtigsten Leistungen mit je einem Satz und Link zur Unterseite.
  • Vertrauen: Referenzen, Zertifikate, Fotos vom Team, Einsatzgebiet.

Ein schneller Test: Zeig jemandem deine Startseite fünf Sekunden lang auf dem Smartphone und frag danach, was du anbietest und wo. Kann die Person beides beantworten, funktioniert der obere Bereich.

Leistungsseiten: eine Seite, ein Thema

Leistungsseiten bringen in der Regel die meisten Anfragen, weil sie zu konkreten Suchanfragen passen. Jede wichtige Leistung verdient eine eigene Seite mit eigenem Titel. Eine bewährte Reihenfolge:

Aufbau einer Leistungsseite in fünf Schritten: Überschrift mit Nutzen, Leistungen, Ablauf, Vertrauen, Kontakt
Fünf Bausteine, die auf fast jeder Leistungsseite funktionieren.
  1. Überschrift mit Nutzen: Was bekommt der Kunde, und wo?
  2. Leistungen konkret: Was genau gehört dazu, was nicht?
  3. Ablauf: Wie geht es nach der Anfrage weiter, wie lange dauert es?
  4. Vertrauen: Beispiele, Fotos, Qualifikationen, eventuell ein Preisrahmen.
  5. Kontakt: Eine klare Aufforderung mit Telefon, Formular oder Terminbuchung.

Nenne Preise, wenn es irgendwie möglich ist, und sei es als Spanne oder „ab“-Preis. Wer keine Preise findet, fragt oft gar nicht erst an oder vergleicht nur noch nach Gefühl.

Über-uns-Seite: Menschen statt Floskeln

Die Über-uns-Seite wird häufiger besucht, als viele denken, besonders kurz vor einer Anfrage. Besucher wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Zeig echte Fotos, nenne Namen, Erfahrung und Qualifikationen und erzähl kurz, warum du tust, was du tust. Google betont in seinen Richtlinien zu hilfreichen Inhalten, dass Vertrauen der wichtigste Aspekt von Qualität ist. Eine ehrliche Über-uns-Seite zahlt genau darauf ein.

Kontaktseite: die letzte Hürde senken

Auf der Kontaktseite entscheidet sich, ob aus Interesse eine Anfrage wird. Hier sollte nichts bremsen. Nenne alle Wege, auf denen man dich erreicht, und schreib dazu, was nach der Anfrage passiert.

  • Erreichbarkeit: Telefon, E-Mail, Adresse und Öffnungs- oder Bürozeiten auf einen Blick.
  • Kurzes Formular: Nur die Felder, die du wirklich brauchst. Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist ein Grund mehr, abzubrechen.
  • Erwartung klären: Zum Beispiel „Wir melden uns innerhalb eines Werktags mit einem Terminvorschlag.“
  • Einsatzgebiet: Wer vor Ort arbeitet, nennt Orte oder einen Umkreis, damit niemand umsonst anfragt.

Formulierungen, die funktionieren

Floskeln und bessere Alternativen

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Die Regel dahinter: Ersetze Behauptungen durch Belege. Zahlen, Beispiele, Abläufe und Fotos sagen mehr als Adjektive wie „kompetent“, „zuverlässig“ oder „professionell“. Wichtig dabei: Verwende nur Zahlen, die stimmen. Erfundene Angaben fallen auf und kosten Vertrauen.

Schritt für Schritt zum fertigen Text

Ein guter Website-Text entsteht selten im ersten Anlauf. Dieser Ablauf hat sich bewährt:

  1. Stichpunkte sammeln: Leistungen, Kundenfragen, Vorteile, Ablauf, Preisrahmen, Einsatzgebiet. Noch keine ganzen Sätze.
  2. Gliederung festlegen: Zwischenüberschriften in eine sinnvolle Reihenfolge bringen, das Wichtigste zuerst.
  3. Rohfassung schreiben: Schnell und ohne Perfektionsanspruch, so wie du es einem Kunden am Telefon erklären würdest.
  4. Kürzen: Füllwörter, Wiederholungen und Floskeln streichen. Lange Sätze teilen.
  5. Laut lesen: Wo du stolperst, stolpert auch der Leser.
  6. Testen lassen: Gib den Text jemandem, der deinen Betrieb nicht kennt, und frag, was hängen geblieben ist.

Plane für eine Leistungsseite lieber zwei kurze Arbeitsphasen an verschiedenen Tagen ein als eine lange. Mit etwas Abstand fallen Schwächen im Text deutlich leichter auf.

Website-Texte und SEO

Suchmaschinenoptimierte Texte sind keine Texte voller Keywords. Google rät in seinem SEO-Leitfaden ausdrücklich davon ab, Begriffe unnatürlich oft zu wiederholen. Wichtig ist, dass die Wörter vorkommen, die deine Kunden tatsächlich verwenden.

  • Sprache der Kunden: Kunden suchen „Heizung reparieren“, nicht „Wärmeerzeugungsanlagen-Instandsetzung“.
  • Ort nennen: Stadt, Stadtteil und Einsatzgebiet natürlich im Text und im Seitentitel.
  • Seitentitel und Meta-Beschreibung: Für jede Seite eigene, aussagekräftige Texte.
  • Fragen beantworten: Eine kurze FAQ am Ende der Seite greift typische Suchanfragen auf.
  • Original bleiben: Keine Texte von anderen Websites übernehmen. Eigene Beispiele machen deine Seite einzigartig.

Texte mit KI schreiben: ja, aber richtig

KI-Werkzeuge können beim Schreiben helfen, etwa für Gliederungen, erste Entwürfe oder Varianten von Überschriften. Laut Google ist der Einsatz von KI nicht grundsätzlich ein Problem. Entscheidend ist, ob der Inhalt hilfreich ist. Massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert verstoßen dagegen gegen die Spamrichtlinien.

Ein KI-Entwurf kennt deinen Betrieb nicht. Ergänze immer deine eigenen Erfahrungen, echte Beispiele, Preise und Abläufe, prüfe alle Fakten und passe den Ton an deine Art zu sprechen an. Sonst klingt deine Website wie tausend andere.

Typische Fehler in Website-Texten

  • Wir-Perspektive: Jeder Satz beginnt mit „Wir“. Besser: vom Problem und Nutzen des Kunden aus schreiben.
  • Fachsprache: Begriffe, die nur Branchenkollegen verstehen, schrecken Privatkunden ab.
  • Textwüsten: Lange Absätze ohne Zwischenüberschriften werden auf dem Smartphone kaum gelesen.
  • Keine Handlung: Der Text endet, ohne zu sagen, was der Besucher jetzt tun soll.
  • Veraltete Angaben: Alte Preise, frühere Mitarbeiter oder Leistungen, die es nicht mehr gibt.

Checkliste vor dem Veröffentlichen

  • Ist in den ersten zwei Sätzen klar, was du anbietest, für wen und wo?
  • Beginnen Überschriften mit den aussagekräftigsten Wörtern?
  • Sind Absätze kurz, höchstens drei bis vier Sätze?
  • Werden die häufigsten Kundenfragen beantwortet?
  • Gibt es auf jeder Seite eine klare nächste Handlung?
  • Sind alle Zahlen, Preise und Öffnungszeiten aktuell und korrekt?
  • Hat jemand Außenstehendes den Text gelesen und sofort verstanden?
  • Funktioniert der Text auch auf dem Smartphone, ohne endloses Scrollen?

Fazit: Klar, konkret, kundennah

  • Besucher scannen, deshalb gehört das Wichtigste nach oben und an den Anfang jeder Überschrift.
  • Jede Seite braucht ein Ziel, eine Zielgruppe und eine klare Handlung.
  • Belege wie Zahlen, Beispiele und Abläufe überzeugen mehr als Adjektive.
  • Für SEO zählen die Wörter deiner Kunden, nicht möglichst viele Keywords.
  • KI kann helfen, ersetzt aber nicht dein Wissen über deinen Betrieb.

Mein Rat: Fang mit der Seite an, die die meisten Anfragen bringen soll, meist die wichtigste Leistungsseite. Schreib die zehn häufigsten Kundenfragen auf, beantworte sie ehrlich und konkret und bring sie in eine sinnvolle Reihenfolge. Das ist oft schon die halbe Website. Danach folgen Startseite, Über-uns-Seite und Kontaktseite, jeweils mit demselben Ton und derselben Anrede. Plane nach dem Start ein, deine Texte zweimal im Jahr zu überprüfen und mit neuen Beispielen zu ergänzen.

Quellen

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Website-Text sein?
So lang wie nötig, um die wichtigsten Fragen der Besucher zu beantworten, und so kurz wie möglich. Eine feste Wortzahl gibt es nicht. Eine Startseite kommt oft mit wenigen hundert Wörtern aus, eine Leistungsseite mit Ablauf, Beispielen und FAQ darf deutlich länger sein, solange sie gut gegliedert ist.
Sollte ich auf meiner Website duzen oder siezen?
Das hängt von deiner Zielgruppe und deiner Branche ab. Entscheidend ist, dass die Anrede zu der Art passt, wie du mit Kunden auch im Gespräch sprichst, und dass sie auf der gesamten Website einheitlich ist.
Wie schreibe ich Website-Texte, die bei Google gefunden werden?
Verwende die Begriffe, die deine Kunden bei der Suche eingeben, nenne deinen Ort und dein Einsatzgebiet und beantworte typische Kundenfragen. Jede Seite braucht einen eigenen Titel und eine eigene Meta-Beschreibung. Begriffe unnatürlich oft zu wiederholen, rät Google ausdrücklich ab.
Darf ich Website-Texte mit KI schreiben?
Ja. Laut Google ist entscheidend, ob ein Inhalt hilfreich ist, nicht wie er entstanden ist. Massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert verstoßen aber gegen die Spamrichtlinien. Ergänze KI-Entwürfe immer mit eigenen Erfahrungen, echten Beispielen und geprüften Fakten.
Was gehört auf die Startseite?
Eine Hauptüberschrift mit Leistung und Ort oder Zielgruppe, ein Satz zum wichtigsten Vorteil, ein sichtbarer Button oder die Telefonnummer, ein kurzer Überblick über die Leistungen mit Links zu den Unterseiten und Elemente, die Vertrauen schaffen, etwa Referenzen und Teamfotos.
Kann ich Texte von anderen Websites übernehmen?
Nein. Fremde Texte sind in der Regel urheberrechtlich geschützt, und kopierte Inhalte bieten Google keinen Grund, deine Seite besser zu bewerten als das Original. Eigene Beispiele, Abläufe und Erfahrungen machen deine Texte einzigartig.