Ein Homepage-Baukasten wie Jimdo, Wix oder Squarespace ist der schnellste und günstigste Weg zur eigenen Website, wenn du Zeit hast und gern selbst gestaltest. Eine Agentur oder ein Webdesigner kostet einmalig mehr, liefert dafür eine individuelle, technisch saubere Website und spart dir viele Stunden Arbeit. Welche Lösung besser passt, hängt von deinem Budget, deiner Zeit und deinen Ansprüchen an Design und Sichtbarkeit ab. Dieser Ratgeber vergleicht beide Wege ehrlich, mit Kosten, Aufwand und typischen Stolperfallen.
Was ist ein Homepage-Baukasten?
Ein Homepage-Baukasten ist ein Onlinedienst, mit dem du eine Website ohne Programmierkenntnisse zusammenstellst. Du wählst eine Vorlage, ziehst Elemente wie Texte, Bilder und Formulare per Maus an die richtige Stelle und veröffentlichst die Seite mit einem Klick. Hosting, Sicherheit und technische Updates übernimmt der Anbieter.
Bekannte Anbieter sind Wix, Jimdo, Squarespace, Webflow und die Baukästen großer Hoster. Viele bieten inzwischen KI-Funktionen, die aus wenigen Angaben einen ersten Entwurf mit Texten und Bildern erzeugen.
Das Geschäftsmodell ist ein Abo: Du zahlst monatlich oder jährlich, solange die Website online ist. Dafür bekommst du Hosting, Vorlagen und Support aus einer Hand. Die Website selbst bleibt dabei Teil der Plattform und ist nicht dein Eigentum im Sinne von Dateien, die du mitnehmen kannst.
Bekannte Baukästen kurz vorgestellt
- Wix: Einer der bekanntesten Anbieter weltweit, mit sehr vielen Vorlagen und freier Platzierung von Elementen per Drag and Drop.
- Jimdo: Anbieter aus Hamburg mit einfacher Bedienung und Paketen, die sich an Selbstständige und kleine Unternehmen richten.
- Squarespace: Bekannt für gestalterisch hochwertige Vorlagen, beliebt bei Kreativen, Fotografen und Gastronomie.
- Webflow: Richtet sich eher an Designer, bietet mehr gestalterische Kontrolle, verlangt aber auch mehr Einarbeitung.
- Baukästen von Hostern: Viele Webhoster bieten eigene Baukästen an, oft gebündelt mit Domain und E-Mail.
Die Unterschiede liegen vor allem in Bedienung, Vorlagen und Preisgestaltung. Teste vor einer Entscheidung die kostenlose Version und prüfe, ob du mit dem Editor zurechtkommst.
Baukasten oder Agentur: der Vergleich
Baukasten und Agentur im Überblick
| Kriterium | Homepage-Baukasten | Agentur oder Webdesigner |
|---|---|---|
| Startkosten | Gering, oft kostenloser Einstieg | Einmalige Projektkosten |
| Laufende Kosten | Monatliches Abo | Hosting und Wartung, je nach Anbieter |
| Eigener Zeitaufwand | Hoch: Aufbau, Texte, Bilder, Pflege | Gering: Briefing, Feedback, Abnahme |
| Design | Auf Vorlagen begrenzt | Individuell für dein Unternehmen |
| Technische Kontrolle | Eingeschränkt, abhängig von der Plattform | Voll, je nach Umsetzung |
| Umzug zu anderem Anbieter | Meist nicht möglich | Möglich, wenn Dateien übergeben werden |
| Texte und SEO | Machst du selbst | Oft im Paket enthalten |
Was ein Homepage-Baukasten wirklich kostet
Der Einstieg ist günstig, oft sogar kostenlos. Für eine professionelle Nutzung brauchst du aber ein bezahltes Paket, damit eine eigene Domain verbunden wird und keine Werbung des Anbieters erscheint. Bei Jimdo kosten die Website-Pakete laut Preisseite zum Beispiel:
- Start: 12 € pro Monat
- Grow: 20 € pro Monat
- Grow Legal: 29 € pro Monat
- Unlimited: 50 € pro Monat
Die Preise gelten bei 12 Monaten Vertragslaufzeit und enthalten jeweils eine Domain (Stand Oktober 2026). Andere Anbieter liegen in einer ähnlichen Größenordnung. Hinzu kommen je nach Bedarf Kosten für E-Mail-Postfächer, Bilder, Erweiterungen oder Terminbuchung.
Der versteckte Faktor: deine Zeit
Was im Preisvergleich fehlt, ist dein eigener Aufwand. Vorlage auswählen, Seiten anlegen, Texte schreiben, Bilder suchen und bearbeiten, mobile Ansicht prüfen, Rechtstexte einbinden: Für eine kleine Unternehmenswebsite kommen schnell mehrere Arbeitstage zusammen, besonders beim ersten Mal. Rechne diese Zeit ehrlich mit deinem Stundensatz durch. Oft ist das der größte Kostenblock.
Vorteile eines Baukastens
- Schneller Start: Eine einfache Seite ist in wenigen Stunden online.
- Geringe Startkosten: Keine einmalige Investition, nur ein monatliches Abo.
- Technik inklusive: Hosting, Sicherheit und Updates übernimmt der Anbieter.
- Volle Kontrolle über Inhalte: Du änderst Texte und Bilder jederzeit selbst.
- Gut zum Ausprobieren: Für ein neues Vorhaben oder eine Idee, die du erst testen willst.
Nachteile eines Baukastens
- Austauschbares Design: Vorlagen werden tausendfach genutzt. Deine Seite kann aussehen wie viele andere.
- Bindung an die Plattform: Eine Website lässt sich meist nicht zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Bei einem Wechsel fängst du oft von vorn an.
- Begrenzte technische Kontrolle: Code, Ladezeit und manche SEO-Einstellungen kannst du nur so weit beeinflussen, wie der Anbieter es erlaubt.
- Laufende Kosten ohne Ende: Das Abo läuft, solange die Website online ist. Über die Jahre summiert sich das.
- Alles liegt bei dir: Texte, Bilder, Struktur, SEO und Rechtstexte musst du selbst erarbeiten.
Rechtliches gilt auch im Baukasten
Ein Baukasten nimmt dir die Technik ab, nicht aber die Verantwortung. Als Betreiber der Website bist du für Impressum, Datenschutzerklärung und gegebenenfalls einen Cookie-Banner selbst verantwortlich. Prüfe, welche Dienste dein Baukasten im Hintergrund einbindet, etwa Statistik, Schriftarten oder Karten, und ob dafür eine Einwilligung nötig ist. Manche Anbieter bieten Pakete mit Rechtstexten an. Lies trotzdem genau, was abgedeckt ist und was du selbst ergänzen musst.
Worauf du bei der Wahl eines Baukastens achten solltest
- Eigene Domain: Ist sie im Paket enthalten, und läuft sie auf deinen Namen?
- Mobile Darstellung: Sieht die Vorlage auf dem Smartphone wirklich gut aus?
- SEO-Einstellungen: Kannst du Seitentitel, Beschreibungen und Adressen für jede Seite selbst festlegen?
- Datenschutz: Wo stehen die Server, und gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
- Vertragslaufzeit: Wie lange bist du gebunden, und was kostet das Paket nach dem ersten Jahr?
- Export: Kannst du Texte und Bilder bei einem Wechsel einfach mitnehmen?
Vorteile einer professionell erstellten Website
- Individuelles Design: Die Website passt zu deinem Unternehmen und hebt sich von Vorlagen ab.
- Zeitersparnis: Du lieferst Informationen und gibst Feedback, den Rest übernehmen Profis.
- Struktur und Texte: Seiten werden so aufgebaut, dass Besucher schnell finden, was sie suchen, und anfragen.
- Technische Qualität: Ladezeit, mobile Darstellung und SEO-Grundlagen werden von Anfang an berücksichtigt.
- Unabhängigkeit: Bei sauberer Übergabe gehören dir Dateien und Zugänge, ein Wechsel ist möglich.
Nachteile einer professionell erstellten Website
- Höhere Startkosten: Die Erstellung kostet einmalig mehr als der Einstieg in einen Baukasten.
- Abstimmung nötig: Du musst Zeit für Briefing, Feedback und Abnahme einplanen.
- Änderungen je nach System: Ohne CMS brauchst du für Änderungen den Anbieter. Frag deshalb vorab, wie du Inhalte selbst bearbeitest.
Kosten über drei Jahre: eine Beispielrechnung
Ein fairer Vergleich betrachtet nicht nur den Start, sondern mehrere Jahre. Ein Beispiel mit einer kleinen Website mit fünf Seiten:
- Baukasten (Jimdo Grow): 20 € × 36 Monate = 720 €, plus deine eigene Zeit für Aufbau, Texte, Bilder und Pflege.
- avui Website: 990 € einmalig plus 50 € Wartung im Monat (inklusive Hosting), also 990 € + 1.800 € = 2.790 € netto. Texte, Design und SEO-Grundlagen sind enthalten, dein eigener Aufwand beschränkt sich auf Workshop und Feedback. Die Wartung ist optional, ohne sie bekommst du alle Dateien und Zugänge übergeben.
Rein rechnerisch ist der Baukasten günstiger. Die Frage ist, was deine eigene Zeit wert ist und wie viel eine zusätzliche Anfrage im Monat für dein Unternehmen bedeutet. Bringt die Website nur wenige zusätzliche Aufträge im Jahr, kann sich der Unterschied schnell ausgleichen. Wer dagegen viel Zeit, Freude am Gestalten und ein kleines Budget hat, fährt mit dem Baukasten gut.
Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist
- Du startest gerade und willst mit minimalem Budget online gehen.
- Du hast Zeit und Freude daran, selbst zu gestalten und zu schreiben.
- Die Website ist eher eine digitale Visitenkarte, Anfragen kommen vor allem über andere Wege.
- Du willst eine Idee testen, bevor du mehr investierst.
Wann eine professionelle Website die richtige Wahl ist
- Die Website soll regelmäßig Anfragen bringen und bei Google gefunden werden.
- Du willst dich mit einem eigenständigen Design von der Konkurrenz abheben.
- Dir fehlt die Zeit für Aufbau, Texte und Pflege.
- Du willst unabhängig von einer Plattform bleiben und die Website später mitnehmen können.
Der Mittelweg: professionell erstellen, selbst pflegen
Viele wünschen sich das Beste aus beiden Welten: eine individuell gestaltete, technisch saubere Website und trotzdem die Freiheit, Texte und Bilder selbst zu ändern. Genau das ist mit einem passenden Redaktionssystem möglich. Die Website wird professionell aufgebaut, und du pflegst danach Öffnungszeiten, Neuigkeiten oder Referenzen selbst, ohne jede Kleinigkeit beauftragen zu müssen.
Frag bei Angeboten gezielt danach, wie die Pflege nach dem Start funktioniert. Bei avui gibt es dafür avui studio, das eigene CMS, für 20 € im Monat. So bekommst du eine Website, die nicht nach Vorlage aussieht, und behältst trotzdem die Kontrolle über deine Inhalte.
Vom Baukasten zur eigenen Website wechseln
Viele starten mit einem Baukasten und wechseln später. Das ist ein sinnvoller Weg, wenn du den Umzug gut planst. Sichere vorher alle Texte und Bilder, notiere die Adressen deiner wichtigsten Seiten und sorge dafür, dass die Domain auf dich registriert ist. Nach dem Wechsel sollten alte Adressen dauerhaft auf die passenden neuen Seiten weiterleiten, damit Besucher und Google sie wiederfinden. Prüfe danach in der Search Console, ob alle wichtigen Seiten indexiert sind.
Fazit: Zeit gegen Geld
- Ein Baukasten ist günstig im Einstieg, kostet aber laufend und vor allem viel eigene Zeit.
- Eine professionelle Website kostet einmalig mehr, liefert dafür individuelles Design, Texte und technische Qualität.
- Baukasten-Websites sind meist an die Plattform gebunden, professionelle Websites bei sauberer Übergabe nicht.
- Entscheidend ist, ob deine Website Anfragen bringen soll und wie viel deine eigene Zeit wert ist.
Mein Rat: Wenn du gerade erst startest und mehr Zeit als Budget hast, beginne mit einem Baukasten. Sobald deine Website Kunden bringen soll und du lieber in deinem eigentlichen Beruf arbeitest, lohnt sich der Schritt zu einer professionell erstellten Website. Plane den Wechsel dann in Ruhe, damit Besucher und Google deine bisherigen Seiten wiederfinden. Und egal, wofür du dich entscheidest: Eine Website, die regelmäßig gepflegt wird, schlägt jede perfekte Website, die nach dem Start vergessen wird.



